Wechselkröte (Bufotes viridis)

Über die Wechselkröte

Die Wechselkröte ist ein bis zu 10cm großer Froschlurch. Sie besitzt eine warzige Haut mit einer weißen bis grauen Grundfarbe und auffallenden grünen Flecken.

Die Weibchen sind kontrastreich, während das Fleckenmuster bei den Männchen etwas verwaschen erscheint. In der grasigen Steppen- Vegetation ist die Wechselkröte aufgrund ihrer Tarnfärbung kaum zu erkennen.   

Die Wechselkröte ist die mobilste Amphibienart in NRW, und kann  pro Nacht mehrere 100m zurücklegen. Sie ist daher in der Lage, neue Gewässer schnell zu finden. Der dort dann zu hörende Paarungsruf der Männchen ist ein melodisches Trillern, das an das Zirpen von Grillen erinnert. Über diese Rufe finden die Weibchen dann zu den Gewässern, wo anschließend die Paarung stattfindet.

 

Unterscheidung von der Kreuzkröte

Oben: Wechselkröte mit scharf umgrenzten grünen Flecken und ohne deutlichen gelben Rückenstreifen

Unten: Kreuzkröte mit verwaschenen grünlich-braunen Flecken und deutlichem gelben Rückenstreifen 

Eier und Kaulquappen

Wechselkröten legen, wie auch die Kreuzkröten, ca. 2m lange Eischnüre ab. diese enthalten mehrere tausend Eier in ein oder zwei Reihen 

 

Anfangs sind Wechselkröten-Kaulquappen noch schwarz. Später passen sie sich der Farbe des Untergrundes an. Sie liegen gerne tagsüber im flachen Wasser herum. Je wärmer das Wasser ist, desto schneller entwickeln sie sich. 

 

Um mehr Wärme zu bekommen, bauen sich Wechselkröten-Kaulquappen durch Schwanzfächeln unter Wasser ihre eigenen Sonnenkollektoren.

Lebensraum

Die Wechselkröte ist ursprünglich eine Steppenart, die nach der Eiszeit aus Osteuropa nach Mitteleuropa eingewandert ist. Die großräumige Umwandlung der Wälder in Kulturland ermöglichte der Wechselkröte, Mitteleuropa als Kulturfolger erfolgreich zu besiedeln. Aufgrund ihrer Anpassung an die Steppenbedingungen ist die Wechselkröte allerdings wärmeliebend, weshalb die Art in NRW nur im Rheinland bzw. in der Kölner Bucht vorkommt. Sie braucht außerdem offene, sonnenexponierte, trockenwarme Habitate mit grabfähigen Böden, weshalb sie dort vor allem in Kiesgruben auftritt, die sich noch in Betrieb befinden. Wachsen ihre Lebensräume zu stark mit Vegetation zu, dann verschwindet die Wechselkröte.
 

Gewässer

Die Wechselkröte ist auf sonnige, vegetationsarme Gewässer angewiesen, die sich schnell erwärmen sowie möglichst frei von konkurrierenden Arten und Fressfeinden sind. Bezüglich der Gewässergröße ist die Wechselkröte variabel, allerdings muss eine mindestens zwei- bis dreimonatige Wasserführung ab April gewährleistet sein, da die Larven diese Zeit für ihre Entwicklung bis zur Jungkröte benötigen. Die Gewässer sollten daher möglichst mehr als 50m² groß sein und eine Tiefstelle von bis zu 1m Tiefe beinhalten.
Flachwasserbereiche mit maximal 30cm Wasser tiefe müssen dabei den Großteil des Gewässers ausmachen, da nur dort die erforderlichen hohen Wassertemperaturen für die Entwicklung der Larven erreicht werden. Optimal sind Gewässer, die im Spätsommer / Frühherbst austrocknen, da hierdurch
konkurrierende Arten und vor allem Fressfeinde (wie beispielsweise Fische) verhindert werden.

Verbreitung in NRW

Verbreitungskarte der Wechselkröte (Bufotes viridis) in NRW, TK 25 Rasterdarstellung, Stand 2015, Nachweise ab 2000. Aus: MKULNV (Hrsg. 2015): Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen. Vorkommen, Erhaltungszustand, Gefährdungen, Maßnahmen, Düsseldorf, 265 S.

 

Die Wechselkröte kommt in NRW nur in der Kölner Bucht vor. Die bedeutendsten Vorkommen findet man in den  Raum Köln-Bonn-Siegburg-Düren.

 

Jahresverlauf in der Rohstoffgewinnungsstätte

Die Wechselkröte verlässt meist im März/April die Winterquartiere. In der Abgrabung sind das vor allem größere Schotter-und Geröllhalden, Böschungen oder Totholzhaufen. Oft nutzt sie auch Kleinsäugerbaue zur Überwinterung. Meist ab April findet man die Wechselkröten in den Laichgewässern oder im direkten Umfeld. Sie wandern gelegentlich nachts zwischen den Gewässern umher. Eier werden in der Regel von April bis Juni abgelegt; die ersten wandeln sich im Juni zu kleinen Kröten um, die letzten im August. Nach anfänglichem Aufenthalt in Gewässernähe wandern die Jungtiere bald von den Gewässern weg und verteilen sich im weiteren Umfeld. Ab September/Oktober begeben sich die Wechselkröten wieder in die Winterquartiere.

 

Gefahren in der Rohstoffgewinnungsstätte

- Tötung von Wechselkröten im Sommerhalbjahr durch Beschädigung von mit Larven besetzten Laichgewässern und Überfahren / schnelles, großflächiges Überschütten von Wechselkröten im Landlebensraum

Tötung von Wechselkröten im Winterhalbjahr durch Umschichtung von Halden und Abgrabung von Böschungen, die dann als Winterquartier genutzt werden

- Ersatzlose Verfüllung von Laichgewässern

- Entwertung von dauerhaften Laichgewässern (z.B. Pumpensümpfe, Klärteiche) durch Einbringung von Fischen 

- Entwertung von temporären Laichgewässern und Landlebensräumen durch Zuwachsen mit Vegetation
 

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